6. Forum Landwirtschaft der Volksbank Niederrhein eG

Über 130 Landwirte beim Forum der Volksbank Niederrhein

Bereits zum 6. Mal hatte die Volksbank Niederrhein zum „Forum Landwirtschaft“ in das Sonsbecker Waldrestaurant Höfer eingeladen. Die herausragende Resonanz aus den Vorjahren zeige, so der Bereichsleiter Firmenkunden Wolfgang van Bebber bei seiner Begrüßung der über 130 Landwirte, dass sich das „Forum Landwirtschaft“ als alljährlicher Treffpunkt etabliert habe, bei dem aktuelle landwirtschaftliche Fachthemen ebenso im Vordergrund stehen würden, wie der offene Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Teilnehmer. „Landwirt zu sein bedeutet mehr, als nur an sieben Tagen mit den Hühnern aufzustehen. Ein Job der täglich neue Aufgaben und permanent neue Qualitätsanforderungen mit sich bringt, die umzusetzen sind“, betonte van Bebber.

Die Landwirtschaft habe nach wie vor eine sehr große Bedeutung für die Genossenschaftsbanken - das zeige sich vor allem an dem hohen Marktanteil im Agrar-kreditbereich “, so die Referentin und Agrarexpertin Sonja Schürmann von der DZ-Bank AG. Über 50 Prozent aller Agrarkredite würden über die genossenschaftliche Finanzgruppe zur Verfügung gestellt. „Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen und zwingt immer mehr bäuerliche Betriebe ihre Profitabilität zu überdenken“. Die angespannte Liquiditätssituation, der gestiegene Fremdkapitalanteil und der höhere Finanzierungsbedarf seien nur einige Folgen der aktuellen Entwicklung. Der anhaltende Strukturwandel hatte bislang dazu geführt, dass NRW-weit rund 1.900 Milchviehhalter ihre Betriebe aufgeben mussten. Es sei zu befürchten, dass sich dieser Trend, hauptsächlich bei Betrieben mit Beständen unter 50 Tieren, weiter fortsetzen würde. Sonja Schürmann betonte aber auch, dass der globale Schweinefleischmarkt für deutsche Landwirte immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich die Erzeuger erfolgreich zu Global Playern entwickelt haben. Alleine im Kreis Wesel gibt es 156 Betriebe, die insgesamt Ende 2016 rund 111.000 Schweine hielten.

Unternehmensnachwuchs, Hoffnungsträger, mein Nachfolger – hinter diesen Begriffen stehen besonders hohe Erwartungen an junge Landwirte. Wie eine optimale Vorbereitung bei der Hofübernahme aussieht und diese dann erfolgreiche Früchte trägt, zeigte Dr. Andreas Quiring, Geschäftsführer der Andreas Hermes Akademie, in seinem Vortrag auf. Als Fachgebiets- und Referatsleiter bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und beim Deutschen Bauernverband ist er ein anerkannter und gefragter Fachmann rund um die aktuellen Themen der Landwirtschaft.

Der Agrarexperte sprach aus Erfahrung heraus, dass sich Hofnachfolger oft mit ihrer bereits in die Wiege gelegten Aufgabe nicht leicht tun. Oft kommen dazu die ambitionierten Erwartungen der Eltern, es mindestens so weit zu bringen, wie sie selbst. Quiring betont auch: „Der Weg an die Spitze ist nicht immer vorgezeichnet und schon gar nicht einfach. Lebenserfahrung ist hierbei hilfreich.“ Auffällig findet er auch; je besser die Betriebe dastehen, umso geringer sind die Freiräume für Nachfolger. Zum einen führt eine Ablehnung der Hofübernahme aufgrund des Erbrechts zu finanziellen Nachteilen. Zum anderen fällt es nicht leicht, eine bislang erfolgreiche Betriebsausrichtung aufgrund eigener Ideen zu ändern oder gar in Frage zu stellen. Deswegen stellte Quiring die Frage in den Raum: Wie viel Freiheit hat die junge Generation tatsächlich um eigene Wege zu gehen? Quiring rät bereits schon in den ersten Gesprächen zur Hofübernahme die Dinge im Familienkreis anzusprechen und eigene Vorstellungen und individuelle Wünsche der Eltern als auch der Kinder, offen zu diskutieren. Letztlich müsse sich jeder junge Landwirt vor der Hofübernahme gründlich mit den Vorteilen des eigenständigen, selbstbestimmten Handelns und mit den Nachteilen der großen zeitlichen Belastung, der Verantwortung für den Familienbetrieb und des finanziellen Risikos auseinandersetzen.