Unser Anlagetipp

Oliver Eiland stellt Ihnen den aktuellen Anlagetipp vom 13. November 2019 vor

Entspannung zum Jahresende

Die kurzfristige Konjunkturdynamik stabilisiert sich, zumindest in einigen Regionen. So konnten sich einige Frühindikatoren für die USA und den Euroraum zuletzt ebenso verbessern wie auch einige Einkaufsmanagerindizes. Unter geografischen Gesichtspunkten fällt auf, dass insbesondere im Euroraum erste positive Signale auszumachen waren. Vor allem die Daten aus Frankreich sind solide.

In den übrigen weltweit maßgeblichen Wirtschaftsräumen USA und China – und nach wie vor auch in großen Teilen des Euroraums – fielen die Fortschritte hingegen dürftig aus. Während üblicherweise die US-Konjunktur mit ihrem großen Konsumentenmarkt den Trend für viele Volkswirtschaften weltweit vorgibt, lief sie in den letzten Monaten eher den anderen Regionen nach. Insofern bleibt abzuwarten, ob die dortigen ersten Hoffnungsschimmer sich auch bald in den amerikanischen Wirtschaftsdaten ablesen lassen. Daher ist es jetzt noch zu früh, auf Basis der aktuellen Daten von einer konjunkturellen Trendwende zu sprechen.

Die jüngsten Annäherungen im Handelsstreit tragen zwar zur Deeskalation der aktuellen Situation bei, rufen aber keine grundlegende Lösung der Spannungen im Welthandel hervor. China wird vermutlich alles vermeiden, was nach Zugeständnissen ihrerseits aussehen und als Steilvorlage für den anstehenden Wahlkampf um das Weiße Haus dienen könnte. Da es nicht in ihrem Interesse ist, dass US-Präsident Donald Trump 2020 wiedergewählt wird. Folglich ist eine generelle Beilegung der Streitigkeiten unwahrscheinlich und Phasen der Beruhigung dürften sich mit Phasen neuerlicher Eskalation abwechseln. Unter dieser Prämisse ist für die nächsten Monate weiterhin mit einem moderaten Konjunkturbild zu rechnen.

Dennoch bleiben Aktien attraktiv. Langfristig ist es für mich nicht vorstellbar, dass das übliche Sparbuch 0 % Zinsen abwirft, während Aktien jedes Jahr Dividenden von teilweise 5 bis 8 % erwirtschaften. Hinzu kommt noch die Chance auf Kursgewinne. Diese Bewertungsschere wird sich schließen müssen.