Unser Anlagetipp

Willi Buschhaus stellt Ihnen den Anlagetipp vom 11. Dezember 2019 vor

Dow Jones, EuroStoxx 50 und Dax notieren in der Nähe ihrer Allzeithochs. Unterstützt wird die gute Stimmung durch die massive Liquiditätszufuhr der Zentralbanken (Wertpapierauf- käufe der EZB, Repo-Geschäfte der FED), welche die Kapitalmärkte indirekt begünstigen. Die Mehrheit der Marktteilnehmer zeigt sich relativ sorglos, was an der geringen Volatilität (Risikomaß für die Schwankungsintensität) abzulesen ist. Es wird ein einvernehmlicher Brexit und aufgrund der US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 eine deutliche Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China erwartet.

Ob dieses tatsächlich der Fall ist, wird sich möglicherweise schon in Kürze zeigen, denn bis zum 15.12.2019 sind weitere US-Strafzölle gegen China angekündigt. Zudem könnte sich die Entwicklung in Hongkong hinsichtlich einer substanziellen Einigung als sehr abträglich erweisen. Der US-Präsident unterschrieb Ende November Gesetzesvorlagen, welche die Demokratiebewegung in Hongkong stärken sollen. China sieht dieses als Einmischung in innere Angelegenheiten an und gerät auf diese Weise immer stärker in eine Zwickmühle. Die Ausschreitungen in Hongkong nehmen immer weiter zu, so dass die Stadt einen starken Wirtschaftseinbruch hinnehmen muß. Je länger die Unruhen anhalten, je größer wird die Gefahr, dass es in anderen Provinzen des Landes zu ähnlichen Entwicklungen kommt. Ein Einschreiten in Hongkong würde wahrscheinlich starke wirtschaftliche Sanktionen gegen China nach sich ziehen.

Unterdessen schwächen sich die globalen Wirtschaftsdaten in Summe weiterhin ab.
Im Ergebnis bleibt die Situation im Handelsstreit undurchsichtig, so dass die Verunsicherung in der Realwirtschaft weiterhin anhalten dürfte und neue Investitionen ausbremst. Somit sollten dividendenstarke Aktien aus defensiven Branchen favorisiert werden. Die Preiskonsolidierung bei den Edelmetallen scheint nach dem starken Anstieg in 2019 weit fortgeschritten, so dass eine Reihe von Gründen (u.a. Zinssituation, Zentralbankkäufe) für eine Fortsetzung des Anstieges in 2020 sprechen.