Unser Anlagetipp

Markus Hermsen stellt Ihnen den aktuellen Anlagetipp vom 25. Januar 2017 vor

Alle, die geglaubt haben, dass der neue US-Präsident mit seiner offiziellen Vereidigung am vergangenen Freitag seine lautstarke, polemische und oftmals beleidigende, unverschämte Wahlkampfpropaganda ablegt und eine präsidiale Haltung einnimmt -  von der man einen kleinen Hauch in seiner ersten Rede kurz nach der Wahl verspüren konnte - der wurde eines Besseren belehrt. Seine Antrittsrede war eine einzige Ohrfeige an die ganze Welt. Insbesondere sein Vorgänger Barrack Obama wurde abermals persönlich angegriffen, beleidigt und diffamiert! Was genau dieser neue Präsident aber will, wird nicht ersichtlich. Trump verstrickt sich in Widersprüchen und versucht durch markige Sprüche Eindruck zu schinden und einzuschüchtern.

Und was bedeutet das für die Wirtschaft und die Kapitalmärkte, die ja in den letzten Wochen bereits sehr deutlich auf den Amtswechsel reagiert haben? Eines ist gewiss: es bleibt in den nächsten Wochen und vermutlich auch Monaten nur wenig planbar. Ich denke nicht, dass Trump seine Sprüche in Taten umsetzen kann am Beispiel von Einfuhrzöllen und Produktionsstätten amerikanischer Firmen außerhalb der USA: Apple produziert das iPhone u.a. bei Foxconn in China. Ein Arbeiter bekommt dort pro Monat vielleicht 400 Dollar. Wenn Apple gezwungen wird in den USA zu produzieren, müssten Kunden ein Vielfaches für ein iPhone zahlen und damit wäre Apple nicht mehr wettbewerbsfähig. Außerdem gibt es Warenströme. 100 Millionen Mexikaner wollen beispielsweise auch weiterhin Coca-Cola trinken und Kellog's Cornflakes essen und nachfragen. Trump wird nicht so einfach Zölle einführen können, dazu ist das gesamte System zu kompliziert.

Das Interessanteste für die Börsen dürften die geplanten Steuersenkungen und Infrastrukturprojekte des neuen Präsidenten sein. Dies könnte einen kleinen Boom auslösen. Für den Anleger bleiben daher die nächsten Wochen sehr ungewiss. Ich denke, es kann nicht schaden, die Gewinne der letzten Börsenwochen mal mitzunehmen, um die zu erwartenden Schwankungen der nächsten Wochen zum Wiedereinstieg zu nutzen. Am einfachsten und effektivsten funktioniert dies mit Investitionsplänen in Aktienfonds, wie schon oft an dieser Stelle beschrieben.

Unabhängig von den aktuellen politischen Entwicklungen in den USA und letztlich im weiteren Jahresverlauf auch in Europa (Wahlen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland) weisen einige Unternehmen, Branchen oder Regionen in der Welt günstige Bewertungen auf. Hier seien z.B. der Rohstoffsektor/Basisindustriewerte zu nennen oder auch Russland als Anlageregion, die von den aktuellen Entwicklungen profitieren könnten.