Unser Anlagetipp

Willi Buschhaus stellt Ihnen den aktuellen Anlagetipp vom 20. September 2017 vor

In den letzten Wochen konnten sich die europäischen Aktienmärkte wieder erholen. Die US-Aktienmärkte erreichten sogar neue Allzeithochs. Der Optimismus speziell der US-Anleger zeigt sich unter anderem an der Cash-Quote der US-Aktienfonds, die laut Berichten außergewöhnlich niedrig ist.

Auch die Höhe der Wertpapierkredite (Rekordstand), welche von der New Yorker Stock Exchange regelmäßig veröffentlicht wird, zeigt sehr große Zuversicht. Seit der Wahl von Donald Trump legte der Dow Jones in der Hoffnung auf große Infrastrukturprogramme und erheblichen Unternehmenssteuererleichterungen um ca. 25 % zu. Allerdings konnte der amtierende US-Präsident bisher keine seiner wichtigsten Versprechen umsetzen.

Diese Enttäuschung zeigt sich im Besonderen in der US-Dollar-Schwäche der letzten Monate. Die allermeisten Marktteilnehmer rechneten noch Anfang des Jahres mit einer weiteren deutlichen Aufwertung des US-Dollars. Da aber im Laufe der letzten sechs Monate mit einer dynamischen Abwertung genau das Gegenteil eintrat, ist es durchaus vorstellbar, dass eine Reihe von Unternehmen mit hohen Geschäftsanteilen in den USA auf dem falschen Fuß erwischt wurden und ihre US-Dollar-Geschäfte nicht abgesichert haben.

Wenn das so wäre, könnte dieses bei der nächsten Quartalsberichterstattung, die ab Mitte Oktober beginnt, bereits sichtbar werden und zu temporären Schwankungen führen.

Die Geschehnisse um Nordkorea werden bisher von den Aktienmärkten nicht als besonders bedrohlich eingestuft. Deutlich wird dieses an dem südkoreanischen Aktienindex, der weiterhin nahe seines Allzeithochs notiert.

Im Ergebnis sollten Trader aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der Umsetzung der US-Steuerreform (Steuersenkungen wurden in den Aktienkursen bereits eingepreist) und möglichen Folgen der Währungsschwankungen ihre Gewinnabsicherungsstrategie, die ich in meinem letzten Artikel vorgeschlagen habe, beibehalten. Bei Neuanlagen sollte sehr selektiv vorgegangen und grundsätzlich  das Augenmerk auf Unternehmen gelegt werden, deren Geschäftsmodell sich hauptsächlich auf Europa und Asien konzentriert und nur wenig vom US-Dollar abhängt.