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Die von mir zuletzt an dieser Stelle prognostizierte Konsolidierungsphase an den Aktienmärkten ist eingetreten. Seit den Jahreshöchstständen Mitte März ist beim DAX eine Beruhigungsphase eingetreten, die nach den starken Kursgewinnen der Vormonate längst überfällig war und somit zunächst als gesund einzustufen ist.
Die erhöhten Schwankungsbreiten der letzten Wochen drücken die aktuelle Verunsicherung der Investoren über den Zustand der Weltwirtschaft und die Lage in den Unternehmen aus. Mit Blick auf die gerade laufende Unternehmensberichtssaison ist zu erkennen, dass diese Unsicherheit zunächst bestätigt wird. In den USA haben ca. 50 % der Unternehmen bereits ihre Berichte veröffentlicht und mit Umsatzrückgängen von ca. 3 % und einer Gewinnsteigerung von ca. 2 % eher enttäuscht. Dies deutet auf weiter eher schwierige Wochen für die Aktienmärkte hin.
Auf Grund der aktuell schwachen Daten aus der Euroland-Peripherie wird der EZB-Sitzung am Donnerstag eine hohe Aufmerksamkeit beigemessen. Viele Marktteilnehmer rechnen mit einer Leitzinssenkung auf 0,5 %. Diese Erwartung stützt die Aktienkurse zunächst, wird an der Unsicherheit aber nichts ändern. Für die deutschen Unternehmen bleibt aber damit zumindest die Entlastung auf der Finanzierungsseite bestehen. So haben sich die Finanzierungskosten in den letzten 2 Jahren um ca. 30 % verbilligt. Sollte sich an dieser Entwicklung nichts ändern, werden die Belastungen für die Unternehmen in den nächsten 2 Jahren um weitere 20 % sinken, prognostizieren die Kreditexperten.
Aufgrund der Tatsache, dass die Renditen potenzieller Alternativanlagen weiter auf sehr niedrigem Niveau liegen und der nach wie vor nicht zu teuren Bewertung der meisten Unternehmen erscheinen die Aktienmärkte weiterhin attraktiv. Diese Rahmendaten sollten die Aktienkurse im weiteren Verlauf des Jahres stützen und Kursrücksetzer daher zum weiteren Positionsaufbau genutzt werden.